Grußwort Andreas Küppers


 

Liebe Musikfreunde,

ich freue mich, Sie wie immer gegen Ende des Jahres zur neuen Saison und fünf erlesenen und hochkarätigen Konzerten der Kirchenkonzerte Karben einladen zu dürfen.

Vom Streichquartett bis zum Kammerchor, von Vivaldi bis Rachmaninow, vom Kunstlied bis zur Orgelfantasie: Es erwartet Sie ein bunter und abwechslungsreicher Reigen der Klassischen Musik. Die Kirchenorgel von St. Michaelis wird ebenso zum Einsatz kommen wie ein moderner, extra gemieteter Konzertflügel. Kateryna Kasper, Ensemblemitglied der Frankfurter Oper, wird sich genauso die Ehre geben wie der angesehene Frankfurter Figuralchor und die Barockcello-Klasse der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst von Prof. Kristin von der Goltz.

Die Saison 2017/18 eröffnen wird am 21. Oktober das junge und bereits überaus erfolgreiche Eliot Quartett. Neben dem Streichquartett D-Dur KV 575 von Wolfgang Amadeus Mozart und den Fünf Sätzen für Streichquartett op. 5 von Anton Webern wird das mit Musikern aus Deutschland, Russland und Kanada besetzte Ensemble Ludwig van Beethovens berühmtes Streichquartett a-Moll op. 132 zu Gehör bringen. Nach der Uraufführung dieses bedeutenden Werkes durch das Schuppanzigh-Quartett am 6. November 1825 in Wien vermerkte die „Allgemeine Musikalische Zeitung“: „Was unser musikalischer Jean Paul hier gegeben hat, ist abermals groß, herrlich, ungewöhnlich, überraschend und originell...“.

Am 2. Dezember setzen wir unsere Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Frankfurt fort. Die Barockcello-Klasse von Prof. Kristin von der Goltz, einer der angesehensten deutschen Cellistinnen und Pädagoginnen, ist bei den Kirchenkonzerten zu Gast. Die Cello-Suiten BWV 1007-1012 von Johann Sebastian Bach, Gradus ad Parnassum und Kernrepertoire aller Cellisten, stehen auf dem Programm. Pablo Casals sagte einst über diese Werke: „Sie sind die Quintessenz von Bachs Schaffen, und Bach selbst ist die Quintessenz aller Musik“.

Am 13. Januar bringt das Trio Tromba Cordiale Sonaten der Barockzeit, vor allem italienischer Komponisten, in der reizvollen Trio-Besetzung Trompete, Violoncello und Orgel zu Gehör. Italien hatte im Barock starken Einfluss auf die Kunst und die Musik, viele deutsche Komponisten reisten nach Italien und verarbeiteten ihre Eindrücke in ihren Werken. Im italienischen Frühbarock entstand auch der sogenannte „stilo moderno“ mit seiner Betonung von Melodie und Bass. Das Trio Tromba Cordiale mit  Lydia Blum/Violoncello, Jens Amend an der Orgel der Michaeliskirche und Markus Bebek, stv. Solotrompeter des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters, spielt u.a. Werke von Antonio Vivaldi, Georg Muffat, Johann Pezel, Johann Rosenmüller und Giuseppe Torelli.

Die Sopranistin Kateryna Kasper, Ensemblemitglied der Oper Frankfurt und Preisträgerin diverser bedeutender Wettbewerbe, und der Pianist Hilko Dumno, stellen am 17. Februar das Programm ihrer neuen CD vor. „Oh, wüsst' ich doch den Weg zurück...“, mit romantischen Liedern von Kinderspielen, Märchen und Wanderern. „ Das Programm dieses Abends ist eine sehr persönliche Reise in vergangene und erträumte Welten: zurück in die Kindheit, zurück in die Romantik.“, so beschreibt es Kateryna Kasper. Es erklingen Lieder von Robert Schumann, Franz Schubert, Hugo Wolff, Richard Strauss, Sergei Rachmaninow, Francis Poulenc u.a.

Die Saison 2017/18 wird beschlossen vom renommierten Frankfurter Figuralchor unter der Leitung von Paul Leonard Schäffer. „Kennst du noch die irren Lieder aus der alten, schönen Zeit?“, fragt Ludwig Uhland in seinem Gedicht Lockung. Der Figuralchor Frankfurt präsentiert im Rahmen dieses Gesprächskonzertes am 10. März bekannte Volksliedsätze aus drei Jahrhunderten u.a. von Mendelssohn und Brahms, aber auch unbekanntere Werke von Fanny Hensel und György Ligeti. Wie wurde aus dem Lied das Volkslied? Was verbinden wir heute mit dem Volkslied? In einer Mischung aus Lesung und Konzert wird die Gattung aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und die Schönheit der Musik in Chorkompositionen verschiedener Jahrhunderte zum Klingen gebracht. Der Figuralchor prägt seit 1966 entscheidend die hessische Chorlandschaft mit. Die Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Museumsorchester, dem HR-Sinfonieorchester und berühmten Dirigenten wie Michael Gielen, Vladimir Ashkenazy und Sebastian Weigle zeugen von der hohen Qualität dieses Frankfurter Klangkörpers.

Am Nachmittag des 21. Oktobers um 15.30 Uhr möchten wir wieder alle Grundschulkinder mit ihren Eltern und Geschwistern einladen, bei uns Musik zu hören und spielerisch zu entdecken. „Eine kleine Geige möcht' ich haben“ lädt alle ein, die Welt der Streichinstrumente kennenzulernen und zu erkunden. Es wird gemeinsam gesungen, musiziert und getanzt. Wie in den vergangenen Jahren dürfen wir wieder ein buntes und anregendes Familienprogramm zum Mitmachen erwarten. Es erklingen Auszüge aus dem Abendkonzert des Eliot Quartetts von Mozart, Beethoven und Webern.

 

Ihr Andreas Küppers