Grußwort Andreas Küppers


Liebe Musikfreunde,

 

ich freue mich sehr, Sie als neuer künstlerischer Leiter der Kirchenkonzerte Karben zu den Veranstaltungen der Saison 2014/15 einladen zu dürfen. Ich war selber mehrfach als Musiker in der St. Michaelis-Kirche zu Gast und habe die stets von interessierter Offenheit und unterstützendem Wohlwollen geprägte Atmosphäre dieser im Rhein-Main-Gebiet so besonderen kleinen Reihe schätzen gelernt. Danken möchte ich an dieser Stelle besonders meinem Vorgänger, Professor Hubert Buchberger, für seine kenntnisreiche Betreuung und geschmackvolle Gestaltung der Kirchenkonzerte bis zum März diesen Jahres.

In diesem Sinne habe auch ich mich bemüht, ein äußerst vielgestaltiges und abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen. Die Verbindung von Musik und Kirchenraum ist mir dabei eine Herzensangelegenheit. Klingende Musik ist unsichtbar, dem Augenblick verhaftet, und doch verweist sie auf eine andere, dauerhafte, deutlich spürbare Wirklichkeit.

Eröffnet wird die neue Saison am 8. November von Juris Teichmanis, einem der vielseitigsten deutschen Cellisten. In seinem spannenden Programm „Violoncello Solo“ stellt er die Bach-Suiten Nr. 3 C-Dur BWV 1009 und Nr. 4 Es-Dur BWV 1010 für Violoncello modernen Kompositionen von G. Cassado und O. Büsing gegenüber. Damit spannt er einen Bogen von der Historischen Interpretationspraxis bis hin zu zeitgenössischen Literatur. 

Am 20. Dezember4 wird der renommierte Frankfurter Kammerchor unter seinem Leiter Wolfgang Schäfer, dem langjährigen Frankfurter Professor für Chorleitung und einem der anerkanntesten Chordirigenten Europas, ein Adventsprogramm mit Werken von M. Praetorius, H. Schütz, F. Mendelssohn-Bartholdy, M. Reger, S. Rachmaninow und R. Mauersberger zur Aufführung bringen. 

Der 17. Januar steht ganz im Zeichen der Entdeckung eines besonderen Instrumentes: des Hackbretts. Margit Übellacker und Jürgen Banholzer, vielfach ausgezeichnet mit ihrem Ensemble La gioia armonica,  werden unter dem Titel „ Per il Salterio“  Kompositionen und Arrangements für Hackbrett und Cembalo u. a. von G. F. Händel, B. Galuppi und C. Monza vorstellen. 

Am 14. Februar ist das junge Streichquartett Quartett opus 18 zu Gast. Die Mitglieder, die allesamt mit internationalen Spitzenorchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Kammerorchester Basel und dem SWR- Sinfonieorchester Baden Baden konzertieren, haben sich der Erabeitung der Werke der Wiener Klassik auf historischen Instrumenten verschrieben. Haydn, Mozart und Beethoven im Originalklang. 

Am 28. Februar wird die junge ukrainische Sopranistin Kateryna Kasper, Mitglied des Frankfurter Opernensembles und zuletzt zur Gewinnerin des Internationalen Mirjam- Helin- Wettbewerbes gekürt, ein Programm mit barocken Arien von A. Vivaldi, G. F. Händel, H. Purcell, M. Locke und L. Leo zu Gehör bringen. Im Mittelpunkt steht die Liebe mit all ihren von lieblicher Sehnsucht bis hin zu zerstörerischer Begierde reichenden Facetten. Begleitet wird Kateryna Kasper dabei vom Frankfurter Barockorchester Theatre sans rideau. 

Am 21. März freue ich mich sehr, einmal wieder die Cellistin Luise Buchberger, Mitglied des Chamber Orchestra of Europe und Solo- Cellistin beim Orchestra of the Age of Enlightment, in ihrer Heimat begrüßen zu dürfen. Gemeinsam mit Kai Frömbgen, dem Solo- Oboisten des Chamber Orchestra of Europe und Professor an der Düsseldorfer Musikhochschule und mir am Cembalo werden barocke Sonaten von C. P. E. Bach, G. F. Händel und A. Vivaldi zu hören sein. 

Am Nachmittag des 21. März um 15. 30 Uhr werden Luise Buchberger, Kai Frömbgen und ich bereits Teile dieses Programms in einem Gesprächs- und Mitmachkonzert für Eltern und Kinder musizieren. Unter dem Titel „Die Reise zum König“ laden wir Kinder im Grundschulalter mit ihren Eltern und Geschwistern ein, mit uns auf Entdeckungstour in die Barockzeit zu gehen. 

Freuen Sie sich mit mir auf spannende Begegnungen mit international erfolgreichen Künstlern, interessanten Programmen, berühmten, aber auch bisher unentdeckten Komponistenbiographien, mit eindrucksvollen Werken aus 500 Jahren Musikgeschichte. 

Ihr Andreas Küppers