17. Dezember 2016

19.00 Uhr


 

ADVENTSKONZERT BEI KERZENSCHEIN

Leise flehen meine Lieder“

Daja Leevke Hinrichs, Klappenflöte
Stefan Hladek, romantische Gitarre

Biedermeier-Programm mit Werken
von Franz Schubert, Francesco Molino und Thomas Böhm

   


 

 

Francesco Molino                   Nocturne op. 37 a-moll
(1768 - 1847)

 

Franz Schubert                       Das Fischermädchen

(1797 - 1828)                           Ständchen

                                                 Die Taubenpost

 

Anton Bernhard Fürstenau    Valse de Schubert

(1792 - 1852)                           Beethovens Sehnsuchts-Walzer, op. 71, no. 1

 

Francesco Molino                   Nocturne op. 38 D-Dur

 

 

Johann Kaspar Mertz            An die Entfernte

(1806 - 1856)

 

 

Franz Schubert                        Arpeggione Sonate

                                                      Allegro moderato 

                                                      Adagio 

                                                      Allegretto


 


   

 

Daja Leevke Hinrichs studierte Querflöte bei Mirjam Nastasi und Antje Gerlof und im Nebenfach Traversflöte bei Karl Kaiser an der Hochschule für Musik Freiburg im Breisgau sowie parallel dazu Musikwissenschaften und Germanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Nach Ihrer Diplomprüfung begann sie das Studium Historische Interpretationspraxis an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main mit dem Hauptfach Traversflöte. Bis 2010 studierte Daja Leevke Hinrichs am Koninklijk Conservatorium in Den Haag Klappenflöte bei Wilbert Hazelzet.

Daja Leevke Hinrichs spielte in Orchestern wie der Mannheimer Hofcapelle,  dem Orchestra of  the 19th Century, dem Jeune Orchestre Atlantique, dem Britten-Pears-Orchestra und dem Balthasar-Neumann-Ensemble unter den Dirigenten Jos van Immerseel und Masaaki Suzuki. Zudem ist sie Stipendiatin der Yehudi Menuhin Stiftung und arbeitet als Journalistin.

Stefan Hladek, geboren 1967 in Aachen, studierte Klassische Gitarre an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt bei Olaf Van Gonnissen und an der Royal Academy of Music London bei Timothy Walker, Julian Bream und John Williams. Seit 1989 konzertiert er solistisch und in verschiedenen  Kammer-musikbesetzungen. Er ist mehrfacher Preisträger internationaler Gitarrenwettbewerbe und erhielt seither Konzert und Jury-Einladungen zu Gitarrenfestivals in Deutschland und im europäischen Ausland. Seit Herbst 2004 ist er außerdem Mitglied des Barrios Guitar Quartet ("a major voice in the world of guitar ensembles", William Kanengiser, Los Angeles Guitar Quartet).

Stefan Hladek gastierte bei zahlreichen Festivals, u.a. dem Schleswig Holstein Musikfestival, dem Rheingau Musik-Festival, dem Kurt Weill Fest Dessau, den Weilburger Schlosskonzerten, den Aschaffenburger Gitarrentagen und dem Hohenloher Musiksommer.

Im Biedermeier zog sich der Bürger mehr und mehr ins Private zurück, und dementsprechend wurden kleinere Besetzungen mit leiseren Instrumenten favorisiert. Das ging so weit, dass die Begriffe Gitarromanie bzw. Flautomanie geprägt wurden. Allein, wenige der heute noch bekannten Komponisten der Zeit schrieben für diese beiden Instrumente. Stattdessen entstanden zahlreiche Bearbeitungen von populären Werken für diese Besetzung. Um die Stimmung und den Klang im biedermeierlichen Salon noch besser einfangen zu können, spielen Daja Leevke Hinrichs und Stefan Hladek auf Originalinstrumenten der Zeit. 

 
 
Liedtexte
 
 

Das Fischermädchen
(Heinrich Heine)

 

Du schönes Fischermädchen,

treibe den Kahn ans Land

Komm zu mir und setze dich nieder,

wir kosen Hand in Hand,

komm zu mir und setze dich nieder,

wir kosen Hand in Hand.

 

Leg’ an mein Herz dein Köpfchen

und fürchte dich nicht zu sehr.

Vertraust du dich doch sorglos

täglich dem wilden Meer,

vertraust du dich doch sorglos

täglich dem wilden Meer.

 

Mein Herz gleicht ganz dem Meere,

hat Sturm und Ebb’ und Fluth,

und manche schöne Perle

in seiner Tiefe ruht,

und manche schöne Perle

in seiner Tiefe ruht.

 

 

Ständchen
(Ludwig
Rellstab)

 

Leise flehen meine Lieder

Durch die Nacht zu dir;

In den stillen Hain hernieder,

Liebchen, komm zu mir!

 

Flüsternd schlanke Wipfel rauschen

In des Mondes Licht;

Des Verräters feindlich Lauschen

Fürchte, Holde, nicht.

 

Hörst die Nachtigallen schlagen?

Ach! sie flehen dich,

Mit der Töne süßen Klagen

Flehen sie für mich.

 

Sie verstehn des Busens Sehnen,

Kennen Liebesschmerz,

Rühren mit den Silbertönen

Jedes weiche Herz.

 

Laß auch dir die Brust bewegen,

Liebchen, höre mich!

Bebend harr' ich dir entgegen!

Komm, beglücke mich!

 
 

Taubenpost
(Johann Gabriel Seidl)

 

Ich hab’ eine Brieftaub’ in meinem Sold,

die ist gar ergeben und treu;

sie nimmt mir nie das Ziel zu kurz,

und fliegt auch nie vorbey.

 

Ich sende sie vieltausendmahl

auf Kundschaft täglich hinaus,

vorbey an manchem lieben Ort,

bis zu der Liebsten Haus.

 

Dort schaut sie zum Fenster heimlich hinein,

belauscht ihren Blick und Schritt,

gibt meine Grüsse scherzend ab,

und nimmt die ihren mit.

 

Kein Briefchen brauch’ ich zu schreiben mehr,

die Thräne selbst geb ich ihr,

o, sie verträgt sie sicher nicht,

gar eifrig dient sie mir.

 

Bey Tag, bey Nacht, im Wachen und Traum,

ihr gilt das Alles gleich,

wenn sie nur wandern wandern kann,

dann ist sie überreich.

 

Sie wird nicht müd, sie wird nicht matt,

der Weg ist stets ihr neu,

sie braucht nicht Lockung, braucht nicht Lohn,

d i e Taub’ ist so mir treu.

 

Drum heg’ ich sie auch so treu an der Brust,

versichert des schönsten Gewinns;

sie heisst: die Sehnsucht – kennt ihr sie? –

kennt ihr sie?

die Bothinn treuen Sinn’s.