23. Januar 2016
19.00 Uhr


 

DIE SCHÖNE MÜLLERIN
  

Georg Poplutz, Tenor
Antje Asendorf, Gitarre
Stefan Hladek, Gitarre

  

Franz Schubert, Liederzyklus "Die schöne Müllerin"

(Texte: Wilhelm Müller, 1821)

 

   


 

 

  1.   Das Wandern

  2.   Wohin?

  3.   Halt!

  4.   Danksagung an den Bach

  5.   Am Feierabend

  6.   Der Neugierige

  7.   Ungeduld

  8.   Morgengruß

  9.   Des Müllers Blumen

  10.   Tränenregen

  11.   Mein!

  12.   Pause

  13.   Mit dem grünen Lautenbande

  14.   Der Jäger

  15.   Eifersucht und Stolz

  16.   Die liebe Farbe

  17.   Die böse Farbe

  18.   Trockne Blumen

  19.   Der Müller und der Bach

  20.  Des Baches Wiegenlied
 
   
   
 


 

Unerhört!? “Die schöne Müllerin” zart besaitet

 
Der Tenor Georg Poplutz und die beiden Gitarristen Antje Asendorf und Stefan Hladek (vom Barrios Guitar Quartet) gestalten auf neue und ungewohnte Weise Franz Schuberts Liederzyklus, den er 1823 auf die 1821 von Wilhelm Müller geschriebenen Gedichte komponiert hatte.
Mit einer historischen Romantikgitarre aus dem Jahr 1832 und dem seltenen Gitarreninstrument “Quintbass” als musikalische Partner interpretiert die Stimme von Georg Poplutz die Geschichte des jungen Müllersburschen auf der Suche nach Arbeit, nach einem Zuhause und nach seiner großen Liebe. Die Gitarre als Instrument der Wandersleute passt dabei besonders gut zum Liedtext.  

Asendorf und Hladek verzaubern durch den zart besaiteten Klang, den sie ihren Gitarren entlocken, und kommen damit dem Klang des Hammerklaviers aus der Zeit Schuberts näher als der Klang des modernen Flügels, wie wir ihn heute kennen. In dieser Besetzung kann Poplutz seine Stärken ausspielen: Empfindsam, ausdruckstark und mit ausgezeichneter Textverständlichkeit durchlebt er die Hoffnungen, Sehnsüchte und Gefühle des Protagonisten für seine „Schöne Müllerin“. Dabei begeistern alle drei ihr Publikum sowohl mit leisen Tönen als auch mit vollem Klang – „oft fliegt´s um die Saiten mit seufzendem Klang“, wie es im Text heißt.
Das Arrangement für diese Besetzung entstand in gemeinsamer Arbeit der beiden Gitarristen Asendorf und Hladek als Auftragsarbeit der Weilburger Schlosskonzerte und ist inzwischen auch als CD bei dem Label spektral erhältlich.

 

 

Georg Poplutz konzertiert bei namhaften Festivals (Bachwoche Ansbach, Bachfest Leipzig, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Rheingau-Musik-Festival, Musikfeste Erzgebirge und Stuttgart, Weilburger Schlosskonzerte u.a.) und in bedeutenden Konzerthäusern (u.a. Amsterdam Concertgebouw, Berliner Konzerthaus, Bremer Glocke, Essener und Kölner Philharmonie, Hamburger Laeiszhalle, Gulbenkian Fundacao Lissabon, Dom Musicka Moskau, Stuttgarter Liederhalle, Filharmonie Wroclaw) und Kirchen (u.a. Dresdner Frauenkirche, Hamburger Michel, Dome zu Essen, Innsbruck, Paderborn, Riga, Segovia und Speyer) in Deutschland und Europa. Zu hören war Poplutz auch als Aeneas in Purcells „Dido und Aeneas“ u.a. am Theater Bern (CH) sowie auf Konzertreisen in Mexiko, Singapur, Shanghai und Südafrika. Dabei arbeitete er u.a. zusammen mit Ludwig Güttler, Vaclav Luks, Rudolf Lutz, Hermann Max, Sir Roger Norrington, Ralf Otto, Ludger Rémy, Michael Schneider, Masaaki Suzuki, Winfried Toll und Roland Wilson. Auch als Ensemblesänger ist er gefragt und singt im „Johann Rosenmüller Ensemble“ von Arno Paduch sowie in Konrad Junghänels „Cantus Cölln“.  Er wirkt mit an der aktuellen Heinrich-Schütz-Gesamtaufnahme mit Hans-Christoph Rademann (Carus). Weitere Rundfunk-, DVD- und über 30 CD-Aufnahmen dokumentieren sein Singen.

Poplutz gilt als „empfindsam und ausdrucksstark interpretierender“ Lied- und Oratoriensänger. 2009 wurde er mit dem Frankfurter Mendelssohn-Sonderpreis für „seine hervorragenden Leistungen im Bereich Konzertgesang“ ausgezeichnet und eine besondere Vorliebe gilt dabei dem Liedgesang. Mit seinem Klavierpartner Hilko Dumno sind in jahrelanger Zusammenarbeit verschiedene Programme entstanden, die immer wieder in Liederabenden zu erleben sind.

Nach seinem Lehramtsstaatsexamen für Musik und Englisch in Münster und Dortmund studierte der im westfälischen Arnsberg aufgewachsene Georg Poplutz Gesang an den Hochschulen in Frankfurt a. M. und Köln bei Berthold Possemeyer, Rainer Hoffmann und Christoph Prégardien. Er wurde durch Menuhins "LiveMusicNow" gefördert und erhält seit 2010 weitere künstlerische Impulse von Carol Meyer-Bruetting.

 

 

Antje Asendorf ist tätig als Konzertgitarristin, Musikpädagogin und Lehrbeauftragte für das Fach klassische Gitarre an der Universität Siegen.

Dem Abschluss des Musikstudiums als Diplom Musiklehrerin (Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Klasse Prof. Hempel und Prof. Van Gonnissen) folgten der Master of Music (Musikhochschule Maastricht, Klasse Prof. Carlo Marchione) und das Solistenexamen für klassische Gitarre an der Musikhochschule Stuttgart (Klasse Prof. Johannes Monno). Zahlreiche Meisterkurse u.a. bei Manuel Barrueco, Leo Brouwer und Konrad Ragossnig ergänzten ihre Ausbildung. Eine erste Solo CD erschien im Jahr 2007 mit Werken von Joh. Seb. Bach, Hans Werner Henze, Fernando Sor und X. Chen.

Die kammermusikalische Arbeit ist für die Gitarristin von besonderer Bedeutung. Sie trat in unterschiedlichsten Besetzungen auf, so zum Beispiel mit Orchester, im Duo mit Klavier, im Trio mit Violine und Viola, im Gitarrenduo und im Gitarrenquartett (NDR Fernsehaufnahmen 2003). 2004 gründete sie zusammen mit der Sopranistin Anna Escala das Duo „Cantiana“. Seither konzertiert „Cantiana“ im Rahmen von Kammermusikreihen und  Kirchenkonzerten in Deutschland und Spanien. Auf der CD „Por amor al arte“ (2009) ist Cantiana mit spanischer Musik des 20. Jahrhunderts zu hören. Seit Oktober 2010 gehört die Gitarristin dem Barrios Guitar Quartet an.  

 

 

Stefan Hladek studierte Klassische Gitarre an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt bei Olaf  Van Gonnissen und an der Royal Academy of Music London bei Timothy Walker, wo er auch an den Meisterklassen von Julian Bream und John Williams teilnahm. Seit 1989 konzertiert er solistisch und in verschiedenen Kammermusikbesetzungen. Er ist mehrfacher Preisträger internationaler Gitarrenwettbewerbe und erhielt seither Konzert- und Jury-Einladungen zu Gitarrenfestivals in Deutschland und im europäischen Ausland. Sein künstlerisches Spektrum ist breit gefächert: Aufführungen, CD- und Rundfunk-Einspielungen von Originalwerken und eigenen Bearbeitungen von Musik der Renaissance bis zur Moderne, Uraufführungen bei den Tagen für Neue Musik Darmstadt, historische Aufführungspraxis mit Barockgitarre, Quintbass und Romantischer Gitarre. Mit dem Schauspieler Horst Schäfer, Rezitation, bildet er seit 2003 ein literarisch-musikalisches Duo, einen weiterer kammermusikalischer Schwerpunkt ist die Lied- und Ensemblebegleitung (Darmstädter Vokalisten). Seit Herbst 2004 ist er Mitglied des europaweit konzertierenden Barrios Guitar Quartet. Stefan Hladek unterrichtet Gitarre im eigenen Gitarrenstudio D8 in Darmstadt und seit April 2006 als Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik in Mainz.