14. Februar 2015
19.00 Uhr


 

QUARTETT OPUS 18

Mayumi Hirasaki, 1. Violine
Johannes Haase, 2. Violine
Corina Golomoz, Viola
Johannes Berger, Violoncello
 
Werke von Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart,
und Ludwig van Beethoven
im Originalklang
  

  

 

Joseph Haydn Streichquartett C-Dur op. 20 Nr. 2
(1732-1809) Moderato
  Capriccio. Adagio
Menuett. Allegretto
  Fuga à 4 soggetti – Allegro
    
Ludwig van Beethoven Streichquartett c-Moll op. 18 Nr. 4
(1770-1827) Allegro, ma non tanto
 

Scherzo. Andante scherzoso, quasi Allegretto

  Menuetto. Allegretto
  Allegro
    
  

*** PAUSE  ***

    
Wolfgang Amadeus Mozart Streichquartett d-Moll KV 421
(1756-1791) Allegro moderato
  Andante
  Menuetto. Allegretto
  Allegretto ma non troppo
    
 

 

Die Musiker des quartett opus 18 haben sich zusammengefunden, um Streichquartette der drei großen Wiener Klassiker Haydn, Mozart und Beethoven auf historischen Instrumenten zu spielen.

 

Warum nun historische Instrumente? Weil der tiefere Stimmton und die Darmsaiten die Instrumente zwar leiser, dafür aber freier und sprechender klingen lassen. Und das sind die besten Voraussetzungen, um die Klangrede der klassischen Kompositionen zum Leben zu erwecken. Diese Klangrede soll den Hörer mit den Mitteln der Redekunst fesseln, durch Artikulation, Spannungspausen, Heben und Senken der Stimme, Frage, Diskussion und Antwort. Dies mit den Mitteln des 18. Jahrhunderts noch viel aufregender und farbenreicher zu realisieren, ist das erklärte Ziel des quartett opus 18, das sich nach den ersten sechs Streichquartetten op. 18 von Ludwig van Beethoven benannt hat.

 

Die Mitglieder des quartett opus 18 konzertieren allesamt international mit bedeutenden Orchestern und Ensembles wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Kammerorchester Basel, Concerto Köln, dem SWR-Sinfonieorchester Baden Baden und Freiburg, dem Zürcher Kammerorchester sowie dem Bach-Collegium Japan.

 

Mayumi Hirasaki, geboren in Japan, erhielt ihre Ausbildung auf der modernen Geige in Nürnberg bei Prof. Daniel Gaede, dessen Assistentin sie dann auch war. Danach studierte sie in München Barockgeige bei Mary Utiger. Sie hat einen Lehrauftrag für Barockgeige an der Folkwang Hochschule Essen und spielt als Solistin und Konzertmeisterin bei diversen führenden Ensembles wie Concerto Köln, Münchner  Hofkapelle, Bach Collegium Japan, Düsseldorfer Hofmusik oder dem Zürcher Kammerorchester.

 

Zu ihren Kammermusikpartnern zählen Christine Schornsheim, Maurice Steger sowie Lorenzo und Vittorio Ghielmi. Sie ist Preisträgerin des Internationalen J.S. Bach-Wettbewerbs Leipzig sowie des Internationalen

Wettbewerbs Musica Antiqua Brügge. Mayumis Talente beschränken sich allerdings nicht auf die Geige: Sie ist ausgebildete Kirchenmusikerin und studierte bei Christine Schornsheim in München Cembalo und Generalbass. Außerdem beschäftigt Sie sich neuerdings mit dem Geigenbau-Handwerk.

 

Johannes Haase studierte in Bremen bei Prof. Thomas Klug, ist in der Alten und Neuen Musik zuhause und spielt regelmäßig bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, mit der er bereits zahlreiche Tourneen und CD-Einspielungen gemacht hat, u.a. den Zyklus der Schumann-Sinfonien unter Paavo Järvi. Vor kurzem schloss er einen Masterstudiengang Improvisation bei Fred Frith in Basel ab, wo er auch von Daniel Sepec auf der Barockgeige und der modernen Geige unterrichtet wurde. Ausserdem komponiert, improvisiert und konzertiert er mit seiner Band 'Flowjob'.

 

2008 gewann er den John-Cage-Preis der John-Cage-Orgelstiftung Halberstadt, 2011 wurde ihm der Klaus Huber-Sonderpreis der Hochschule für Künste Bremen verliehen. Er hat Masterclasses an verschiedenen Universitäten Südamerikas gegeben. Seine Instrumente sind eine böhmische Barockgeige (anonymus, ca. 1680), eine Violine von Stephan von Baehr (Paris, 2009) und eine fünfsaitige Violectra von Dave Bruce Johnson (Birmingham, 2010).

 

Die Moldawierin Corina Golomoz wechselte nach ihrem abgeschlossenen Violinstudium bei Prof. Petru Munteanu in Rostock zur Bratsche und studiert zur Zeit in der Solistenklasse bei Prof. Karin Wolf in Mannheim. Sie tritt regelmäßig als Solistin mit verschiedenen Orchestern auf und hat zahlreiche Preise gewonnen, wie u.a. den 3. Preis beim Max-Rostal-Wettbewerb.

 

Nach einem Praktikum im SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg widmet sie sich nun zunächst wieder der Laufbahn als freie Musikerin, u.a. beim Orchester L'Arte del mondo, das Musik vom Barock bis zur Romantik auf historischen Instrumenten interpretiert und mit dem sie ein Bratschenkonzert von Johannes Matthias Sperger sowie die Sinfonia concertante von Mozart zusammen mit Baiba Skride aufführte. Ausserdem ist sie regelmäßiger Gast der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

 

Corinas musikalische Leidenschaft und stilistische Vielfalt erstrecken sich von der Neuen Musik bis zum Barock. Mit großer Begeisterung spielt sie jetzt auch auf der Kopie einer historischen Viola d'amore, die die Münchner Geigenbauerin Susanne Conradi für sie gebaut hat, von der sie bereits ein modernes und eine barockes Instrument spielt.

 

Johannes Berger, gebürtiger Bremer, spielte nach seiner cellistischen Ausbildung bei Prof. Gert von Bülow in Rostock als Praktikant im NDRSinfonieorchester Hamburg sowie im SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg. Er ist seit vielen Jahren regelmäßiger Gast bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und beim Kammerorchester Basel sowie in verschiedenen Alte-Musik-Ensembles wie der Mannheimer Hofkapelle und Il gusto barocco. Wichtige Impulse erhielt er auf Meisterkursen bei Pieter Wispelwey und Anner Bylsma. Vor Kurzem schloss er sein Studium der Historischen Interpretationspraxis in der Solistenklasse bei Prof. Kristin von der Goltz in Frankfurt mit dem Konzertexamen ab.

 

Seine große Leidenschaft gehört allerdings dem Continuospiel. Als Solo-Continuo hat er mit der Harmonie Universelle unter Florian Deuter eine CD mit Concerti grossi von Corelli eingespielt. Mit dem Münchner Barockensemble L'accademia giocosa, das von Solobläsern und Streichern des BRSymphonieorchesters gegründet wurde, entstand eine CD-Produktion mit bisher unveröffentlichten Werken von Telemann. Mit dem Balthasar Neumann Ensemble unter Thomas Hengelbrock wirkte er bei der 'Wieder-Uraufführung‚ von Richard Wagners Parsifal auf historischen Instrumenten mit.

 

2014 spielte er erstmals im Dresdner Festspielorchester mit, das u.a. die frühe Strauss-Oper 'Feuersnot' auf historischen Instrumenten aufführte.