Samstag, 29. Oktober 2011

19.00 Uhr


                       

„Im Salon des Fürsten Eszterházy“
DIVERTIMENTO FRANCOFORTE
Roswitha Bruggaier, Baryton
Hiltrud Hampe, Viola
Lydia Blum, Violoncello
Diez Eichler, Clavichord
  

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Barytontrios und Clavierwerke von Joseph Haydn (1732-1809)
Trio Hob. XI: 113 in D für Baryton, Viola und Violoncello
    Adagio
    Allegro di molto
    Menuet  
 
Sonata in G Hob. XVI:6 für Clavier
   Allegro
    Minuet
    Adagio
    Finale Allegro molto
 
 
Trio Hob. XI: 45 in D für Baryton, Viola und Violoncello
    Adagio con variazioni
    Menuet
    Finale
 
*** Pause *** 
 
Trio Hob. XI: 52 in D für Baryton, Viola und Violoncello
    Adagio
    Allegro
    Menuet alla zoppa
 
Sonate in A Hob. XVI:12 für Clavier
   Andante
    Menuet / Trio
    Finale
 
Trio Hob. XI: 97 in D für Baryton, Viola und Violoncello
Fatto per la felicissima nascita di S:Al:S: Prencipe Estorhaz 
    Adagio cantabile
   
Allegro di molto
    Menuet
    Polonaise
    Menuet
    Finale

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Das Ensemble „Divertimento Francoforte“ wurde 2009 anlässlich des Gedenkjahres zu Joseph Haydns 200. Todestag gegründet und hat das Ziel, vor allem die klanglich äußerst reizvollen, selten in der originalen Besetzung aufgeführten Barytontrios Haydns zum Klingen zu bringen. Das klassische Baryton mit seinen sechs wie eine Gambe gestimmten Streichsaiten aus Darm und neun diatonisch gestimmten Resonanzsaiten aus Messing, welche auf der Unterseite des Halses auch angezupft werden können, war das Lieblingsinstrument des Fürsten Eszterházy, des langjährigen Dienstherrn Haydns, welcher über 120 dieser Trios (Divertimenti) für den Fürsten komponierte.

Roswitha Bruggaier wurde in Frankfurt in einer Musikerfamilie geboren. Nach frühem Blockflöten- und Klavierunterricht begann sie im Alter von 11 Jahren mit dem Spiel des Violoncellos. Die historische Interpretationspraxis Alter Musik faszinierte sie, was dann im Alter von 17 Jahren zur Beschäftigung mit der Viola da gamba führte. Studium der Schulmusik mit Examen (Violoncello bei Jörg Wiederhold) und der Künstlerischen Ausbildung im Fach Violoncello bei Gerhard Mantel, Abschluss mit Diplom. Meisterkurse auf Viola da gamba und Barockcello bei Wouter Möller, Anner Bylsma, Jaap ter Linden und Lidewij Scheifes, Unterricht auf Viola da gamba und Barockcello bei Rainer Zipperling. Unterricht in klassischer nordindischer Musik bei Partha Chatterjee, Calcutta (Instrument: Dilruba, ein mit Sitar und Sarangi verwandtes Streichinstrument mit zahlreichen Resonanzsaiten und einem betörend süßen Klang) Interesse für wenig gespielte Instrumente: z.B. besitzt und spielt sie ein originales Violoncelle à cinq cordes („Violoncello piccolo“), beschäftigt sich seit 2004 mit dem Spiel des barocken Baryton (Viola Paradon) und seit 2008 mit dem Spiel des klassischen Baryton. Zu ihrer vielseitigen Tätigkeit gehören u.a. Auftritte und CD-Produktionen mit den Ensembles Le Goût Étranger (Frankfurt) und ornamente99 (Köln) sowie die Mitwirkung bei der szenischen Produktion von Bachs „Johannes-Passion“ 2005/06 am Staatstheater Wiesbaden (Inszenierung Dietrich Hilsdorf, musikalische Leitung Sébastien Rouland) in der Rolle der Hl. Caecilia.
Seit 1989 ist sie Dozentin an Dr. Hoch’s Konservatorium, Frankfurt.
Hiltrud Hampe studierte in Stuttgart und Frankfurt und lehrt seit 1988 an Dr. Hochs Konservatorium als Dozentin für Viola. Nach einem Aufbaustudium in Basel bei Thomas Hengelbrock wurde sie Mitglied im Orchester des Collegium Vocale Gent von Philippe Herreweghe und spielte im Freiburger- und Stuttgarter Barockorchester.
Mit der modernen Viola spielt sie als Gast in renommierten Orchestern wie dem Frankfurter Opern-und Museumsorchester und dem Orchester der Klangverwaltung München unter Enoch zu Guttenberg. Einen wichtigen Platz nimmt auch die Kammermusik ein. In Besetzungen von Trio bis Streichsextett mit Kollegen aus Konservatorium und Oper, - und seit kurzem auch mit ihren Töchtern Clara und Laura - entstehen spannende Programme, in denen Musik als eine Möglichkeit  lebendiger Kommunikation erlebt werden kann.
Lydia Blum wurde in Jugenheim geboren und wuchs in einem evangelischen Pfarrhaus auf, in dem viel Musik gemacht wurde. Nach dem Abitur folgte ein Cello-Studium in Saarbrücken bei Ulrich Voss und David Grigorian. Während dieser Zeit wurde ihr Interesse an der Alten Musik und dem Barock-Cello durch verschiedene Kurse geweckt, z.B. bei Jaap Schröder, Howard Arman, Giorgio Fava, Philippe Pierlot u.a. Wichtige Impulse für ihr Barockcello-Spiel erhielt Lydia Blum von Phoebe Carrai, Kristin von der Goltz, Roel Dieltiens und Werner Matzke u.a. So folgte nach Abschluss des modernen Cello-Studiums ein mehrjähriges Barockcellostudium in der Meisterklasse bei Jaap ter Linden in Würzburg, das sie mit dem Konzertexamen abschloss. Lydia Blum lebt in Karben, unterrichtet und spielt in verschiedenen Orchestern wie dem „ensemble 1800“, dem Barockorchester "La banda", dem "Main-Barock-Orchester" u.a. Außerdem tritt sie sowohl solistisch, als auch als Continuo-Cellistin auf.
 
Diez Eichler studierte Cembalo bei Harald Hoeren an der Frankfurter Musikhoch­schule. Für seine musikalische Ausbildung waren ferner Meisterkurse bei Gustav Leonhardt, Lars Ulrik Mortensen, Jesper Christen­sen und Bob van Asperen prägend. Ebenfalls wichtig für sein gesamtes Musikverständnis war der Unterricht in Sitar und nordindischer Musik bei Partha Chatterjee. Von 1993 bis 1997 hatte er einen Lehraufrag für Cembalo an der Musikhoch­schule in Frankfurt. 1994 gründete er das Ensemble „Le Goût Étranger“. Dem Kölner Ensemble „Ornamente99“ mit dem Blockflötisten Karsten Erik Ose gehört er seit 2003 an. Mit diesem nahm er auch mehrere CDs auf (zuletzt Werke von Veracini beim Label aeolus und von Robert de Visée bei Christophorus). 2011 erscheint eine Aufnahme mit dem originalen Ruckers-Cembalo im Museum für angewandte Kunst, Frankfurt.
Seit 2004 befaßt er sich verstärkt mit dem Clavichordspiel.
2007 wurde er Dozent für Cembalo, historische Tasteninstrumente und Generalbaß an Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt.