Samstag, 22. Januar 2011

19.00 Uhr


                       

ENSEMBLE IN PARADISO

  

Simone Schwark, Sopran

Agnes Kovacs, Sopran

Stephan Schreckenberger/Jakob Winter, Bass

Fan Li, Barockvioline/Viola da braccio

Martin Hublow, Blockflöten/Perkussion

Gesine Petersmann, Barockcello

Toshinori Ozaki, Theorbe/Barockgitarre

Andreas Küppers, Cembalo/Orgel und musikalische Leitung

 
1600 – La Nascita (Die Geburt der Oper)

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Giulio Caccini (1545? - 1618)
Io che d’ alti sospir
 
Marco da Gagliano (1582 - 1643)
Vanne pur lieto, o figlio
 
Lodovico Grossi da Viadana (1560 - 1627)
Quomodo ceciderunt
 
Giovanni Picchi (1572 - 1643)
Canzon quarta
 
Claudio Monteverdi (1567- 1643)
Lamento d’ Arianna
 
Luzzascho Luzzaschi (1545- 1607)
Cor mio
 
Claudio Monteverdi
Signor, quel infelice
 
Stefano Landi (1587- 1639)
T’ amai gran tempo
 
*** Pause ***
 
Girolamo Frescobaldi (1583- 1643)
Ti lascio anima mia
 
Tarquinio Merula (1595- 1665)
Su la cetra amorosa
 
Girolamo Frescobaldi
Canzone  L’ Ambiziosa
 
Jacopo Peri (1561- 1633)
Sospirate
 
Sigismondo d’ India (1582- 1629)
Clamavi ad te, Domine
 
Claudio Monteverdi
Pur ti miro
 
Biaggio Marini (1597 – 1665)
La sorranza
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Am 6. Oktober 1600 wird „ L‘ Euridice“ von Jacopo Peri, die älteste erhaltene Oper der Musikgeschichte, im Palazzo Pitti in Florenz uraufgeführt. Anlass ist die  prunkvolle Hochzeit König Heinrichs des Vierten von Frankreich und Prinzessin Marias de Medici. Damit betrat eine völlig neue Gattung die musikalische Bühne, um fortan ihren unaufhaltsamen Siegeszug rund um die Welt anzutreten. Anknüpfend an die antike Tragödie traten zumeist einzelne Protagonisten vor das Publikum, deren der Sprachmelodie nachempfundener Gesang instrumental unterstützt dargeboten wurde. Dazwischen agierte ein das Geschehen kommentierender Chor. Oder aber die Instrumente kamen in kleinen Ritornellen zu Wort.
Mit dieser schon in den Madrigalen des ausgehenden 16. Jahrhunderts vorbereiteten Entwicklung vom „Wir“ zum „Ich“ und der gleichzeitigen Emanzipation des Instrumentalen vom Vokalen beginnt eine neue Epoche: das Barockzeitalter. Fortan existieren zwei große Stilrichtungen nebeneinander: Die konservative, der Kontrapunktik Palestrinas verpflichtete Prima Prattica; und die neue Seconda Prattica, vertreten vor allem durch den monodischen Stil der Camerata Fiorentina und Monteverdis.
  
Das ENSEMBLE IN PARADISO Frankfurt, bestehend aus international erfolgreichen und bekannten Barockmusikern, setzt sich immer wieder intensiv mit der Zeitenwende um das Jahr 1600 auseinander und präsentiert dabei ungemein spannende und mitreißende Programme. Die komplexe Strenge der  Kirchenkonzerte  ist ebenso zu bewundern wie die expressive Innigkeit der Madrigale. Traditionelle Vokalwerke stehen neben experimentellen Instrumentalstücken. Im Mittelpunkt aber stehen natürlich die Oper und die ihr innewohnenden Charaktere mit all ihrer Leidenschaft, ihrem Witz, ihrer Verzweiflung und ihrer Kraft.

Die Mitglieder von in paradiso Frankfurt zählen zu den führenden Vertretern ihres Fachs, lehren zum Teil an renommierten deutschen Musikhochschulen und arbeiten mit berühmten Künstlern und Orchestern wie Marc Minkowski, Gabriel Garrido, Michael Schneider, der Deutschen Kammerphilharmonie und dem Basler Kammerorchester zusammen.