Samstag, 06. November 2010

19.00 Uhr


                       

Hubert Buchberger musiziert mit jungen Solisten

  
Hubert Buchberger, Violine

Kammermusik-Akademie-Fränkische-Musiktage

 

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Wolfgang Amadeus Mozart  

Streichquintett Nr. 4 g-Moll KV 516

(1756-1791)

Allegro

Menuetto. Allegretto - Trio

Adagio ma non troppo

Adagio - Allegro

Anton Bruckner

Streichquintett F-Dur WAB 112

(1824-1896)

Gemäßigt
Scherzo. Schnell - Trio. Langsamer
Adagio
Finale. Lebhaft bewegt
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Mit der Freude zieht der Schmerz“
… das Romantische überhaupt bestehet im Kontraste …

Das Phänomen des „Gegensätzlichen“, in Wahrnehmung und Denken des Menschen evident manifestiert, findet sich gleichermaßen auch in dessen Jahrtausende altem künstlerischen Tun. Die europäische Kulturgeschichte vom späten 18. bis ausgehenden 19. Jahrhundert, entwickelt als Antwort auf die soeben auslaufende, rational orientierte Epoche der Aufklärung die „Gefühlsästhetik“, die unter dem, damals wie heute, sehr unterschiedlich gebrauchten Begriff Romantik schnell Verbreitung findet. Die Vorstellung einer idealisierten Phantasiewelt als Pendant zur Realität steht im Zentrum dieser neuen Denkrichtung. 
August Wilhelm Schlegel formuliert 1798 in seinen Jenaer Vorlesungen über Philosophische Kunstlehre: „das Romantische überhaupt bestehet im Kontraste.“ Für ihn ist damit nicht mehr das homogene Universum der Antike, sondern der Dualismus des Christentums und dessen Spannung zwischen Himmel und Erde Leitbild künstlerischen Ausdrucks. Gegensatzpaare wie Himmel und Hölle oder Natur und Geist sowie der unstillbare Drang nach Überwindung dieser Gegensätze bestimmen die romantische Phantasie. In Leben und Werk Robert Schumanns und Frédéric Chopins, deren 200. Geburtstag wir in diesem Jahr gedenken, sind diese Kräfte deutlich spürbar. Ausgehend von ihren Kompositionen, lenken die Fränkischen Musiktage 2010 den Blick auf Gegensätzliches in der Musik früherer und nachfolgender Zeit und damit auf die Frage nach dem „Kontraste“ als Quelle des „Künstlerischen überhaupt“.

Kammermusik-Akademie-Fränkische-Musiktage

In ihrer mittlerweile über 30jährigen Tradition als „Festival der Jungen“ sind die Fränkischen Musiktage Alzenau zu einem der bedeutenden Podien für junge Künstler geworden. Solisten der ersten Garde, wie Helene Grimaude, Isabelle von Keulen, Julia Fischer oder Christoph Prégardien haben hier in jungen Jahren erste Erfolge gefeiert. 2003 wurde die Kammermusik- und Orchester-Akademie-Fränkische-Musiktage eingerichtet, die es ausgewählten jungen Musikern ermöglicht, zusammen mit prominenten Solisten zu konzertieren. Zwei Kammermusikprojekte stehen in diesem Jahr zur Auswahl. Die Dozenten – renommierte Solisten – leiten nicht nur die Einstudierung der Programme, sondern musizieren auch in den Konzerten mit.
 
Hubert Buchberger
Der Frankfurter Dirigent, Kammermusiker, Hochschullehrer und Geiger Hubert Buchberger studierte von 1970 bis 1977 an der Musikhochschule seiner Heimatstadt bei Heinz Stanske und Günther Weigmann Violine und Kammermusik. Bereits während seines Studiums, im Jahre 1974, gründete er das Buchberger-Quartett, das nach Wettbewerbserfolgen etwa in Portsmouth, Hannover und Evian eine rege Konzert- und Aufnahmetätigkeit im In- und Ausland entfaltete. Zu Joseph Haydns 200. Todestag Ende Mai 2009 legte das Quartett beim holländischen Label Brilliant Classics eine 23 CDs umfassende Gesamtaufnahme aller 69 Streichquartette vor, sie wurde von der internationalen Fachpresse als hervorragende Produktionen gewürdigt und bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. 
1977 erhielt Hubert Buchberger einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, 1985 wurde er zum Honorarprofessor ernannt und 1988 zum hauptamtlichen Professor für Kammermusik an diesem Institut berufen. 
Als Dirigent widmet er sich derzeit insbesondere vier projektweise arbeitenden Ensembles: Seit 1974 leitet er das Offenbacher Kammerorchester und seit 1990 die aus ausgewählten Studierenden der Frankfurter Hochschule bestehende Sinfonietta Frankfurt. Nach einigen Gastdirigaten wählte ihn das Collegium Musicum Aschaffenburg 2005 zu seinem Chefdirigenten. Außerdem ist er seit Frühjahr 2002 „Ständiger Dirigent“ des Landesjugendorchesters Nordrhein-Westfalen. 
Als künstlerischer Leiter gestaltet er seit 2005 das Osnabrücker Musikfestival „classic con brio“ mit einem innovativen Konzept, bei dem das musikalische Zusammenwirken junger professioneller Ensembles mit international renommierten Solisten und Kammermusikern im Zentrum steht. 
Höhepunkte der Saison 2008/2009 waren die Leitung der Orchesterakademie des Festivals „Música para Todos“ in Mendoza/Argentinien, eine große Operngala im Aschaffenburger Schlosshof als Abschlussveranstaltung der bayerischen „Europatage der Musik“ und ein Konzertprojekt des European Union Youth Orchestra, bei dem er u. a. Schuberts „Große C-Dur-Sinfonie“ dirigierte.
 
Gabriela Sofia Roldán-Cativa
Die 1988 in San Miguel de Tucumán/Argentinien geborene Geigerin Gabriela Sofia Roldán-Cativa schloss das Studium an der Musikhochschule der Universität von San Miguel de Tucumán in Geige und Klavier exzellent ab. Mit zehn Jahren gab sie ihr Debut als Solistin mit dem „Sinfonie Orchester Tucuman“ und gewann den 1. Preis beim „Mozart Wettbewerb“ aus Norden Argentinien. Sie hat an der Hochschule für Musik Saarbrücken bei Prof. Tanja Becker-Bender studiert und seit 2009 ist sie Studentin an der Hochschule Für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt in der Klasse von Prof. Priya Mitchell. Sie ist Mitglied bekannter Orchester und spielt bei internationalen Festivals und Konzerten Zahlreiche Meisterkurse ergänzten ihre Ausbildung. Gabriela Sofia Roldán-Cativa spielt eine Violine aus Nord-Italien von 1750.
 
Charlotte Kirst
Die 1984 in Karlsruhe geborene Bratschistin Charlotte Kirst erhielt erst Violinunterricht, ab 1997 zusätzlich Violaunterricht. Nach mehreren Auslandsaufenthalten und Tourneen spielte sie seit 2003 im Bundesjugendorchester. Den 1. Bundespreis bei „Jugend musiziert“ erreichte sie 2003 und konzertierte mit mehreren Orchestern. 2003 begann sie ihr Viola-Studium an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Hartmut Rohde, das sie 2008 exzellent mit Diplom abschloss. Ab 2006 spielte sie als Solistin des Kammerorchesters der Universität der Künste unter der Leitung von Sir Simon Rattle und Kent Nagano u. a. Zahlreiche Meisterkurse bereicherten ihre Ausbildung. Nach Abschluss ihres Konzertexamens bei Prof. Erich Krüger an der Hochschule für Musik Weimar 2009 erhielt sie eine Festanstellung am Staatstheater Stuttgart.
 
Ana Valdés-Carsí
Die Bratschistin Ana Valdés-Carsí, 1984 in Madrid/Spanien geboren, erhielt ihren ersten Violaunterricht mit sieben Jahren am Majadahonda Konservatorium in Madrid. Danach studierte sie an der Salamanca Musikhochschule bei Prof. Thuan Do Minh. Seit 2006 studiert sie an der Bruckner Universität bei Predrag Katanic, seit 2004 ist sie Mitglied des Spanischen National-Jugendorchesters und seit 2007 des European Union Youth Orchestra. Mit ihrem Quartett gewann sie 2002 den Hazen-Kammermusik-Wettbewerb in Madrid. 2005 spielte sie als Solistin mit dem Joven Orquesta Juan Crisostomo Arriaga im National-Konzertsaal in Madrid. Seit 2007 unterrichtet sie im Jugend-Musik-Camp “Divermusica” in Ávila/Spanien. Ana Valdés-Carsí spielte im iberoamerikanischen Orchesterprojekt von Jose Antonio Abreu und Gustavo Dudamel als Dirigent.
 
Christine Roider
Die Cellistin Christine Roider wurde 1990 geboren und erhielt ihren ersten Cellounterricht mit sechs Jahren. Von 2006 bis 2009 war sie Jungstudentin bei Prof. Ulf Tischbirek an der Musikhochschule Lübeck und begann ihr Vollstudium im Oktober 2009 in der Klasse von Prof. Michael Sanderling an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Christine Roider war zwischen 2006 und 2009 sowohl Mitglied im Landesjugendorchester Schleswig-Holstein als auch im Bundesjugendorchester. 2008 erhielte sie einen 1. Bundespreis mit ihrem Celloquartett beim Wettbewerb „Jugend Musiziert“ und wurde Stipendiatin der Marie-Luise Imbusch-Stiftung. Seit Oktober 2008 spielt sie ein Leihcello der Deutschen Stiftung Musikleben.
 
Kathrin ten Hagen
Die 1982 in Steinfurt geborene Geigerin Kathrin ten Hagen studierte in Berlin und Salzburg, bevor sie ihren Master mit Auszeichnung am New England Conservatory of Music in Boston bei Prof. Donald Weilerstein erhielt. Solistisch ist sie u. a. mit dem Deutschen Sinfonieorchester Berlin und den Hamburger Symphonikern aufgetreten. Sie ist Gewinnerin des California International Young Artist Competition, des Internationalen Marschner Wettbewerbs und des Donald Portnoy International Violin Competition. Als begeisterte Kammermusikerin ist sie Mitglied des TenHagen-Quartetts und spielte Konzerte beim Schleswig-Holstein Musikfestival, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und beim Yellow Barn Festival USA. Die Deutsche Stiftung Musikleben stellt ihr seit 2003 eine Violine von Andreas Guarnerius (Cremona, 1663) zur Verfügung.
 
Magdalena Brune
Magdalena Brune, geboren 1985 in Soest, bekam im Alter von sechs Jahren ihren ersten Geigenunterricht. Drei Jahre später wechselte sie zur Bratsche und wurde mit 15 Jungstudentin an der Folkwang Hochschule in Essen bei Prof. Emile Cantor. Ihr Hauptstudium absolvierte sie in Berlin an der Musikhochschule Hanns Eisler bei Matthew Hunter und Prof. Antoine Tamestit. Seit 2010 ist sie Schülerin von Prof. Erich Krüger in Weimar. Sie spielte unter Dirigenten wie Lothar Zagrosek, Daniel Barenboim u. a. und ist seit 2010 Stipendiatin der Orchesterakademie der Münchner Philharmoniker. Konzerttourneen mit namhaften Orchestern und Kammermusikensembles führten Magdalena Brune durch Europa und nach Südkorea, mit Auftritten u. a. in der Royal Albert Hall London. Sie erhielt diverse Preisen bei "Jugend musiziert" auf Bundesebene, zahlreiche Meisterkurse ergänzten ihre Ausbildung.
 
Yesim Alan
Die Bratschistin Yesim Alan wurde 1985 in Ankara/Türkei geboren und begann im Kinderchor der staatlichen Oper in Mersin. Ihren ersten Violaunterricht erhielt sie bei Olcay Seyhan am dortigen staatlichen Konservatorium. Von 2003 bis 2007 studierte sie Viola am Staatskonservatorium in Ankara in der Klasse von Frau Prof. Betil Basegmezler, wobei sowohl eine Orchester- als auch eine Kammermusikausbildung Bestandteile ihres Studiums waren. Seit Oktober 2007 ist sie Studentin an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ und erhält Unterricht bei Prof. Guy Ben-Ziony. Yesim Alan nahm an zahlreichen Meisterkursen teil und spielte bei internationalen Orchesterakademien zum Beispiel 2010 beim International Regions Symphony Orchestra unter der Leitung von Ariel Zuckermann. Seit 2010 spielt sie als Praktikantin beim Erzgebirgischen Philharmonie Orchester.
 
Peter Krause
Der 1988 geborene Cellist Peter Krause erhielt seinen ersten Cellounterricht im Alter von sieben Jahren. Zu seinen wichtigsten Lehrern gehören u. a. Hannelore Bachmann-Michel und Prof. Bernhard Gmelin. Sein Studium an der Hochschule für Musik Saar bei Prof. Gustav Rivinius setzt er seit 2009 an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Alexander Baillie fort. Impulse bekam er in zahlreichen Meisterkursen und im Unterricht mit namhaften Musikern wie Martin Löhr, Eduard Brunner u. a. Als Mitglied im Niedersächsischen Jugendsinfonieorchester und Stimmführer der Cellogruppe im Buxtehuder Jugendsinfonieorchester, in Hamburger Orchestern, im Hochschulorchester und bei den Bremer Philharmonikern sammelte er vielfältige Orchestererfahrungen. Erfolgreich nahm er am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil, widmet sich intensiv der Kammermusik und ist Mitglied in mehreren Ensembles.