24. Januar 2004 um 19:00 Uhr


MUTARE-ENSEMBLE

Werke von Murcia, Müller-Hornbach,

Telemann, Crumb, Gabrielli, Villa-Lobos

 

Dirk Peppel                         Flöte

Olaf van Gonnissen             Gitarre/Barockgitarre, Guitarra-Mexicana

Susanne Müller-Hornbach    Violoncello/Barockcello

Walter Reiter                      Schlagzeug

 

Programm

S.de Murcia                   Suite en re mineur
(ca.1670-1730)                
für Barockgitarre
                                               
Prelude
                                                Allemande
                                                Courante
                                                Gigue
                                               
Sarabande

Gerhard Müller-Hornbach (*1951)
  
            „...bis die Schatten der Nacht verdämmern...“ (1997)
                    11 Miniaturen für Flöte und Schlagzeug
                                    I       Ruhig bewegt
                                    II      rasend schnell aber immer sehr rhythmisch
                                    III     Entfesselt
                                    IV    sehr langsam – ermattet
                                    V     sehr schnell – gehetzt/ruhig – sehr frei
                                    VI    Unruhig beginnen – immer mehr beruhigen
                                    VII    langsam – etwas schleppend
                                    VIII   starr – unerbittlich im Tempo
                                    IX     Ruhig – schwebend
                                    X      schnell und wild – unerbittlich
                                    XI     Ruhig bewegt – sehr rhythmisch  


Georg Philipp Telemann     Sonate D-Dur
(1750)
(1681 – 1767)                       
für Violoncello und Basso continuo
                                                  Lento
  
                                               Allegro
  
                                               Largo
  
                                               Allegro

                    ***    Pause   ***

George Crumb                     „Mundus Canis“ (1997/98)
(*1929)                                 
5 Humoresken für Gitarre u. Percussion
  
                                               I      Tammy
  
                                               II     Fritzi
  
                                               III    Heidel
  
                                               IV    Emma-Jean
  
                                               V     Yoda


Domenico Gabrielli              Ricercar Nr. 7
(1689)
(1659-1690)                          
für Violoncello solo


Heitor Villa-Lobos                „Assobio a Játo“
(1950)
(1887 – 1959)                       
für Flöte und Violoncello
  
                                               Allegro non troppo
  
                                               Adagio
  
                                               Vivo

 

MUTARE ENSEMBLE

Das Mutare Ensemble feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert am 7. März im Sendesaal des Hessischen Rundfunks. Das Ensemble wurde mit der Idee gegründet, einen in Ausdruck, Stilistik und Besetzung vielseitigen Klangkörper zu schaffen, der sich mit dem Repertoire vom Solostück bis zur Kammersinfonie in intensiver musikalischer und programmatischer Arbeit auseinandersetzen kann. Einer der Schwerpunkte des Ensembles sind die Werke des 20. Jahrhunderts und das zeitgenössische Repertoire, das u.a. zur persönlichen Zusammenarbeit mit Komponisten wie George Crumb, Hans Ulrich Engelmann, Michael Gielen, Hans Werner Henze, Wilhelm Killmayer, Wolfgang Rihm oder Hans Zender führte.

Die Programmatik umfasst Uraufführungen, Portraitkonzerte, die Verbindung von Kunst und Literatur mit Musik, zeitgenössisches und experimentelles Musiktheater, konzept-, epochen- und stilbezogene Programme. Die Arbeit gilt aber auch immer wieder der Auseinandersetzung mit der Romantik und Spätromantik, mit dem Liedschaffen und Vokalwerken und nicht zuletzt der Suche nach spezifischen Momenten, die Stücke verschiedener Epochen über mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte hinweg miteinander verbinden.  

In den letzten Jahren wurden außerdem in der Zusammenarbeit mit Jazz-Musikern, Videokünstlern und Theaterleuten viele grenzüberschreitende Projekte realisiert, u.a. im Palais Harrach in Wien oder in der Kunst- und Ausstellungshalle der BRD Bonn.

Das Mutare Ensemble konzertierte bei vielen wichtigen Festivals und Veranstaltern wie den "Frankfurt Festen" in der Alten Oper Frankfurt, den Darmstädter Ferienkursen, im Konzerthaus Berlin, bei der "Ensemblia" Mönchengladbach, den "Tagen für Neue Musik Weingarten", dem "Europäischen Musikfest" Stuttgart, im Dresdner Zentrum für Zeitgenössische Musik und auf der EXPO2000. Musiktheaterproduktionen wurden u.a. im Hessischen Staatstheater Wiesbaden, im Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, im Theâtre National Luxembourg, oder im Teatro Olimpico in Rom gezeigt. Auslandsreisen führten das Mutare Ensemble zu Festivals für zeitgenössische Musik in Genf, Rom, Florenz, Segovia, Salamanca, Madrid und zuletzt nach Mexico.  

Rundfunkproduktionen wurden mit dem SDR, dem SR, dem SWF, dem NDR, dem WDR und dem HR realisiert. Das Ensemble arbeitete mit Sängern wie Brigitte Fassbaender, Monica Groop, Christian Elsner oder Klaus Mertens und spielte CDs mit Werken von Hans Ulrich Engelmann und Ernst Toch sowie Othmar Schoecks "Elegie" ein. Künstlerischer Leiter ist der Komponist und Dirigent Gerhard Müller-Hornbach.  

In den letzten Jahren beschäftigten sich eine Reihe von Instrumentalisten des Ensembles mit historischer Interpretationspraxis und dem Spiel auf historischen Instrumenten. Diese Tatsache ermöglicht die Gegenüberstellung von Musik aus weit auseinanderliegenden Stilepochen in authentischen Interpretationen innerhalb eines Programms. Hierbei können sich die Berührungspunkte von historisch entfernter Musik wie im heutigen Programm auf faszinierende Weise mitteilen. Eine ähnliche Begegung wird es bei einem Konzert zusammen mit dem Chor „zwischenTöne“ in der Basilika in Ilbenstadt am 20. März 2004 geben. Dort wird J.S.Bachs „actus tragicus“ - auf historischen Instrumenten interpretiert - der Komposition „Am Rande der Zeit“ von Gerhard Müller-Hornbach gegenübergestellt werden.  

Dirk Peppel ist Soloflötist am Staatstheater Karlsruhe und Dozent am Fachbereich Musik der Universität Mainz. Er ist ein erfahrener Solist und Kammermusiker und seit vielen Jahren Mitglied des MUTARE ENSEMBLE.  

Dies gilt ebenfalls für Olaf Van Gonnissen, der außerdem Professor an der Musikhochschule Hamburg und Dozent an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt ist. In zahlreichen Kammermusikformationen (besonders im „Frankfurter Gitarrenduo“) konzertiert er seit vielen Jahren im In- und Ausland und spielte zahlreiche Aufnahmen unterschiedlichster Werke ein.  

Susanne Müller-Hornbach ist Professorin an der Musikhochschule Köln und Dozentin an der Frankfurter Musikhochschule. Daneben konzertiert sie als Solistin und Kammermusikerin mit zahlreichen Ensembles. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des MUTARE ENSEMBLE.  

Walter Reiter verbindet seine freie Konzertarbeit mit intensiver Unterrichtstätigkeit u.a. als Dozent am Fachbereich Musik der Universität Mainz. Auch er gehört seit langem zum Stamm des MUTARE ENSEMBLE.