Grußwort Pfarrer Giesler


 

An die Freunde der Kammermusik

Englisch ist die Weltsprache schlechthin. Und dennoch gibt es eine andere Sprache, die bis in den letzten Winkel der Erde von allen Menschen „gesprochen“ wird, die Sprache der Musik.

Wenn der Inder und der Deutsche, der Russe und der Peruaner zusammenkommen, mit Tabla, Klavier, Geige und Flöte, dann können sie sogleich eine fröhliche Unterhaltung anstimmen oder auch eine traurige, eine heftige und eine überaus gelehrte. Je nach Stimmung und Anlass. Mit meinen eher beschränkten Fähigkeiten am Klavier habe ich das vor Jahren auf einem Kirchentag in einer Nacht in der Sammelunterkunft erlebt.

Da stand ein Klavier, der Peruaner packte seine Flöte aus, der Inder die Tabla und der Russe die Geige und wir unterhielten uns ein bisschen. Eigentlich die ganze Nacht hindurch. Obwohl ich kein Russisch, kein Spanisch und kein Hindi kann. Wir unterhielten uns musikalisch und verstanden uns dabei sehr gut.

So etwas kann man nur mit der Musik machen, denn die Sprache der Musik kennt jeder. Sie ist international, weltoffen und verbindet Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen. Wenn nun unsere Konzertreihe „Musik in der Kirche“ beginnt, dann leisten die Musiker und Sie, liebe Gäste, einen Beitrag dazu, Grenzen zwischen Menschen, Völkern, Kulturen und Religionen zu überwinden. Damit bieten wir in unserer Konzertreihe nicht nur eine der schönsten Nebenbeschäftigungen der Welt Ihnen als Besucher an, sondern leisten einen Beitrag dazu, wie es in der 9. Symphonie von Beethoven zu hören ist: „Alle Menschen werden Brüder!“ Oder besser gesagt, Geschwister im Haus Erde.

In diesem Sinne freue ich mich auf das neue Programm der „Musik in der Kirche“!

 

Ihr Pfarrer Werner Giesler