Grußwort Prof. Buchberger


Konzertsaison 2013/2014

 


Wir beginnen unsere neue Konzertsaison wieder mit einer Kooperation: Im Rahmen des Music Campus RheinMain 2013 konzertiert die am Züricher Konservatorium lehrende Solistin Mirjam Tschopp mit jungen Preisträgern internationaler Wettbewerbe. Aus Anlass des 50. Todestages von Paul Hindemith am 28. Dezember 2013 haben wir Gelegenheit, seine „Serenaden“ zu hören, die in ihrer speziellen Besetzung mit Sopran, Oboe, Bratsche und Cello eher zu den Raritäten im Konzertbetrieb gehören. Die Serenade von Beethoven ist eines seiner beschwingtesten Werke, auch Max Reger hat sich erfolgreich um eine leichte, verständliche Tonsprache bemüht.

Witzig, spritzig, mit einem ungewöhnlichen Humor ausgestattet, aber auch im tiefen Dunkel der großen Gefühle versinkend – all diese Eigenschaften werden den Briten oft und gern von ihren benachbarten Festlandsbewohnern zugeordnet. Inspiriert von der italienischen Madrigalkunst der Renaissance entwickelten die Insulaner im 16. und 17. Jahrhundert einen einzigartigen Musikstil. Kühnste Harmonien, plötzliche Wechsel von Lautstärke, Tempo und Taktart, verwegene melodische Wendungen und ein äußerst komplexer Ideenreichtum sind Bausteine dieser Musik, von der wir auch heute noch den Eindruck haben, dass sie ihrer Zeit weit voraus ist. Das Ensemble Les Escapades gibt uns einen Einblick in die Welt der Fantasie für Gambenconsort, die mit ihrer kompositorischen Vielfalt ein weites Spektrum menschlicher Empfindungen darstellt.

Im Januarkonzert gastiert das Canorus-Bläserquintett. Die jungen Musiker spielten bereits ab 2006 gemeinsam im Bundesjugendorchester und setzten ihre musikalische Arbeit als Studenten der Musikhochschulen in Weimar und Hannover fort. Inzwischen mehrfach preisgekrönt, u. a. beim Mendelssohn-Wettbewerb der deutschen Musikhochschulen und beim Deutschen Musikwettbewerb, zählt das Quintett zu den ambitioniertesten jungen deutschen Ensembles. Ihr Programm spannt einen Bogen von Joseph Haydn über Carl Nielsen und Ferenc Farkas zum ungarischen Komponisten György Ligeti, dessen 6 Bagatellen zweifellos Standardwerke des Bläserrepertoires geworden sind.

Zu einer klanglich besonders aparten Kombination haben sich Christoph Nonnweiler und Richard Gläser zusammengefunden. Das Schlagzeug mit den vielen Klangfarben seiner unterschiedlichsten Instrumente, Vibra- und Marimbaphon, Becken, Bongos und viele andere mehr, mischt sich hervorragend mit dem feinen Klang der Gitarre. Das Programm des jungen Duos aus Aschaffenburg, das an der Musikhochschule Frankfurt studiert, umfasst Originalkompositionen, die teilweise für sie geschrieben wurden und Bearbeitungen traditioneller Werke, von Johann Sebastian Bachs Clavierübung bis zu Tangos von Astor Piazzolla.

Der heute nahezu völlig in Vergessenheit geratene italienische Komponist Domenico Mazzocchi lebte von 1592 bis 1665 und wirkte hauptsächlich in Rom. Nicht viele seiner Werke sind erhalten. Doch seine Madrigale, die Oper „La Catena d’Adone“ und nicht zuletzt seine geistlichen Werke zeugen von großer Meisterschaft und Fantasie und begründeten seinen hervorragenden Ruf in der Welt des italienischen Frühbarock. Das Ensemble In Paradiso setzt sich mit Soloarien, Rezitativen und mehrstimmigen Konzerten aus seiner1640 herausgegebenen Sammlung „Musiche sacre e morali“ auseinander und stellt sie neben herausragende Werke aus Claudio Monteverdis „Selva morale e spirituale“ und Sigismondo d’ Indias „Mottetti Concertati“, die zur selben Zeit entstanden und herausgegeben wurden.

Die Mitglieder des Förderkreises „Musik in der Kirche“ und ich würden uns freuen, wenn unser Konzertangebot wie in den vergangenen Jahren auch in der kommenden Saison auf ein lebhaftes Interesse treffen würde!

 

Ich freue mich, Sie im Konzert zu sehen,

Ihr Hubert Buchberger